Zwei Fragen, vier Felder
Nach einer guten Ideenrunde – zum Beispiel mit den Crazy 8s – liegt meist ein ganzer Stapel Ideen vor euch. Manche sind naheliegend, manche gewagt, manche lassen sich morgen umsetzen, andere brauchen erst noch einiges an Vorarbeit. Die How-Now-Wow-Matrix (in manchen Quellen auch How-Wow-Now-Matrix genannt) hilft euch, diesen Stapel schnell zu ordnen, statt jede Idee einzeln stundenlang zu diskutieren.
Dazu stellt ihr euch zu jeder Idee zwei Fragen: Wie originell ist sie? Und wie leicht lässt sie sich umsetzen? Aus den Antworten ergeben sich vier Felder, die euch sagen, was mit einer Idee als Nächstes passieren sollte.
Dauer: etwa 30 Minuten · Beteiligte: 2 bis 16 Personen · Material: Wand oder Flipchart mit eingezeichneter Matrix, Haftnotizen der gesammelten Ideen, Stifte
How? Now? Wow! funktioniert auch als Einzelperson: Zeichnet die Matrix für euch, tragt eure Ideen ein und ordnet sie ein. Weil euch die Gegenstimmen einer Gruppe fehlen, lohnt es sich besonders, eure Einschätzung zu Originalität und Machbarkeit noch einmal kritisch zu hinterfragen, bevor ihr eine Idee vorschnell verwirft oder priorisiert.
Wann sich die Methode lohnt
Die How-Now-Wow-Matrix spielt ihre Stärke aus, wenn
- ihr aus einer Ideensammlung – etwa nach Crazy 8s oder einem Brainstorming – eine erste Vorauswahl treffen wollt,
- zu viele Ideen im Raum stehen, um alle gleichermaßen weiterzuverfolgen,
- ihr im Kickbox-Prozess entscheiden müsst, was ihr diese Woche schon ausprobieren könnt und was noch Vorbereitung braucht,
- die Gruppe uneinig ist, welche Ideen die vielversprechendsten sind, und eine schnelle, sichtbare Struktur helfen würde.
Die Matrix ersetzt keine sorgfältige Priorisierung nach Aufwand und Wirkung – dafür eignen sich Methoden wie die Aufwand-Nutzen-Matrix oder der Lightning Decision Jam besser. How-Now-Wow ist der schnelle erste Sortierschritt direkt nach dem Ideensammeln.
Die vier Felder der Matrix
Die Matrix hat zwei Achsen: waagerecht die Machbarkeit (von schwer bis leicht), senkrecht die Originalität (von gewöhnlich bis originell). Daraus ergeben sich vier Felder:
- Now – leicht umsetzbar, wenig originell. Die Quick Wins: ein bestehendes Formular verständlicher formulieren, Öffnungszeiten online aktuell halten. Nicht spektakulär, aber sofort machbar – und schafft Vertrauen für größere Vorhaben.
- Wow – leicht umsetzbar und originell. Der wertvollste Bereich: neue, ungewöhnliche Ideen, die sich mit den vorhandenen Mitteln zeitnah ausprobieren lassen. Hier setzt ihr eure Priorität.
- How – originell, aber (noch) schwer umsetzbar. Diese Ideen verwerft ihr nicht, sondern haltet fest, was fehlt: eine Rechtsgrundlage, eine technische Schnittstelle, eine Kooperation. So werden aus How-Ideen später Wow-Ideen.
- Weder noch – wenig originell und schwer umsetzbar. Dieses vierte Feld hat oft keinen eigenen Namen. Diese Ideen könnt ihr mit ruhigem Gewissen zurückstellen oder verwerfen.
So geht ihr vor
1. Ideen bereitlegen
Jede Idee steht auf einer eigenen Haftnotiz – aus einer vorherigen Sammelrunde oder frisch zusammengetragen.
2. Matrix aufziehen
Zeichnet ein Kreuz auf ein Flipchart oder eine Wand, beschriftet die Achsen mit Machbarkeit und Originalität und benennt die vier Felder Now, Wow, How und das vierte, unbenannte Feld.
3. Ideen einsortieren
Jede Person klebt ihre Ideen zügig an die Stelle, die aus ihrer Sicht passt. Wichtig: Es geht um eine grobe, relative Positionierung zueinander, nicht um exakte Koordinaten. Diskutiert noch nicht über einzelne Karten – das kommt erst danach.
4. Felder gemeinsam auswerten
Geht die vier Felder der Reihe nach durch. Bei uneinigen Einschätzungen reicht ein kurzer Austausch, keine Grundsatzdebatte. Verschiebt eine Karte notfalls gemeinsam an die richtige Stelle.
5. Nächste Schritte festlegen
Für die Now- und Wow-Ideen legt ihr fest, wer was bis wann übernimmt. Für die How-Ideen haltet ihr fest, welche Voraussetzung als Erstes geklärt werden muss, damit daraus eine Wow-Idee wird.
Tipps aus der Praxis
- Zügig einsortieren, nicht diskutieren. Die erste Positionierung soll schnell gehen. Ausführliche Debatten verlagert ihr in die Auswertung.
- Machbarkeit und Originalität sind Einschätzungen, keine Messwerte. Eine Karte ein Feld weiter links oder rechts ändert an der Entscheidung meist nichts.
- Den Now-Bereich nicht unterschätzen. Schnelle, unspektakuläre Erfolge schaffen Vertrauen und manchmal sogar die Ressourcen für die größeren Wow-Vorhaben.
- Eine Moderation einplanen. Wenn die Gruppe größer ist oder Meinungen stark auseinandergehen, hilft eine moderierende Person, die Auswertung zügig zu halten.
- Kontext mitdenken. Was heute nicht machbar ist, kann es in einem halben Jahr sein. Datiert eure How-Ideen und schaut später noch einmal drauf.
Typische Stolpersteine
- Jede Karte einzeln verhandeln. Das sprengt die Zeitbox. Erst grob einsortieren, dann gezielt über die strittigen Fälle sprechen.
- Originalität mit Wirkung verwechseln. Eine originelle Idee ist nicht automatisch eine wirkungsvolle. Für die Wirkung auf Nutzende braucht es einen zweiten Blick, zum Beispiel mit der Aufwand-Nutzen-Matrix.
- How-Ideen als erledigt abhaken. Ohne die Frage „Was müsste sich ändern, damit das machbar wird?” bleiben gute Ideen für immer im How-Feld liegen.
- Die Matrix als Abstimmung über Personen missverstehen. Bewertet wird die Idee, nicht wer sie eingebracht hat.
Woher die Methode kommt
Die How-Now-Wow-Matrix stammt aus dem Werkzeugkasten des Design Thinking und wird dort in der Regel direkt im Anschluss an eine divergente Ideenfindungsphase eingesetzt. Ein einzelner Urheber ist nicht dokumentiert; verbreitet wurde die Methode vor allem über Design-Thinking-Toolkits, wie sie etwa an der Stanford d.school und dem Hasso-Plattner-Institut gelehrt werden.
KI-Hinweis: Dieser Text ist mit Unterstützung von KI entstanden.